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Archiv, Infos für Mädchen

Stand up! Mädchen* zeigen Meinung

Bericht zur Ausstellung anlässlich der Feier „30 Jahre Gleichstellungsarbeit“ im jüdischen Gemeindezentrum Mannheim am 1. Feburar 2017

Stand up! Mädchen* zeigen Meinung, ist ein Projekt der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik Baden-Württemberg, im Rahmen des Förderprogramms „VIP- Vielfalt in Partizipation“ im Zukunftsplan Jugend, gefördert durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg.

Die Landesarbeitsgemeinschaft stellte lebensgroße Papp-Mädchen* zur Verfügung, die von etwa 30 unterschiedlichen Mädchen*gruppen in Baden-Württemberg gestaltet wurden und anlässlich des Weltmädchen*tags im Landtag präsentiert und von der Landtagspräsidentin Muhterem Aras gewürdigt wurden.

Auch aus Mannheim haben sich 7 Mädchen*gruppen beteiligt. Es gestalteten die Junglesbengruppe JuLe von PLUS e.V., zwei Gruppen im Förderband e.V., zwei Gruppen des Ikubiz – Mädchenwerkstatt und Quist-, zwei Gruppen des Stadtjugendring – eine Gruppe aus dem Girls go movie Projekt und eine aus dem Internationalen Mädchentreff  jeweils eine Mädchen*figur. Die Mannheimer „Mädchen*figuren“ sind jetzt wieder zurückgekehrt und heute erstmals in Mannheim zu sehen.

standupmädchen

Ulrike Sammet (Geschäftsführerin LAG Mädchenpolitik) beschrieb die Projektergebnisse am 12.10.16 im Landtag folgendermaßen:

„Viele Gruppen haben sich damit beschäftigt, was eigentlich ein „richtiges“ Mädchen* ausmacht. Wir haben Euch ja auch ein bisschen provoziert und extra Figuren hergestellt, die ganz verschieden sind – so wie Mädchen* „in echt“ ja auch. Müssen Mädchen* lange Haare oder Locken haben, um ein „richtiges“ Mädchen* zu sein? Sind Mädchen*, die eher burschikos rüberkommen, automatisch lesbisch? Sind dünne Mädchen* attraktiver als Mädchen*, die mehr wiegen? Und was ist mit Mädchen*, die ein Handicap haben und zum Beispiel einen Rollstuhl benutzen?

Viele Gruppen haben sich mit der Vielfalt von Mädchen* beschäftigt – und damit auch mit Unterschieden und Benachteiligungen. So finden sich in der Ausstellung beispielsweise mehrere Figuren, die zweigeteilt sind. Unterschiedliche Arten, sich zu kleiden, unterschiedliche Stylings, aber auch unterschiedliche Hautfarben sind da etwa zu sehen. Dabei geht es auch um unterschiedliche Erfahrungen, die Mädchen* machen: manche Figuren berichten von Zuschreibungen, die beleidigend und unangenehm sind, zum Beispiel aufgrund der Hautfarbe oder der Kleidung, manche Figuren erzählen von Rassismus und von Sexismus oder davon, dass sie schwierige Bedingungen beim Übergang in den Beruf haben.

Zahlreiche Figuren zeigen stolze, selbstbewusste, bunte und lebensfrohe Mädchen* – und auch das ist eine Lebensrealität von Mädchen*: Spaß haben, mit Freundinnen unterwegs sein, sich selbst finden und sich selbst sein!

Die Botschaft dazu an die Politik ist eindeutig: für ein gutes Leben braucht es Respekt, Akzeptanz und Freiheit – damit Mädchen* frei von Gewalt leben können, sie selbstbestimmt sein können und ihre Lebensträume Wirklichkeit werden können! Mädchen*rechte sind Menschenrechte – und das Projekt „Standup! Mädche*n zeigen Meinung“ fordert dazu auf, sie im Kleinen und im Großen im Blick zu behalten und auszubuchstabieren.“

Barbara Stanger, Sprecherin AG nach §78 SGB VIII parteiliche Mädchenarbeit in Mannheim